Home Kontakt Sitemap A-Z Impressum
Beratung Übergang Schule-Beruf Ausbildung Weiterbildung Jobs Über uns
Über uns













> > >



BBS Aktuell

Qualifizierung im BOZ soll Menschen in Praktikum und Ausbildung bringen
04.07.2016

Perspektiven für junge Flüchtlinge

Viele kamen mit den Booten im letzten Herbst aus Syrien. In Deutschland erhofften - und erhoffen - sich die meisten dieser Flüchtlinge eine neue Existenz. Doch nur wenige von ihnen beherrschen die Sprache, haben Ahnung von Kultur und gesellschaftlichen Spielregeln ihrer neuen Heimat. Erste so genannte „Profilings“ der überwiegend jungen Menschen haben inzwischen stattgefunden. Nun steht für viele der zweite Schritt an: „PerjuF - Perspektive für junge Flüchtlinge“ heißt dazu die Maßnahme, mit der die Arbeitsagentur jetzt das Berufsorientierungszentrum der BBS beauftragt hat.

16 junge Flüchtlinge unter 25 Jahren, die ihre Vollzeitschulpflicht erfüllt haben, lernen nach einer ersten Kompetenzfeststellung in den BOZ-Werkstätten die ausbildungsrelevanten Arbeits- und Produktionsstrukturen kennen. Holz, Metall und Farbe sind hierbei die ersten  Anknüpfungspunkte. Anna Fleer, Sozialpädagogin beim BOZ, begleitet die Gruppe gemeinsam mit Renate Hölscher von der Kreishandwerkerschaft Borken auf diesem Weg: „Die jungen Menschen lernen den Umgang mit Material und Werkzeug, wir verzahnen aber auch ihre ganz unterschiedlichen Fähigkeiten miteinander. Dadurch stellt sich heraus, wo die Begabungen des Einzelnen liegen.“
Der hauswirtschaftliche Teil als zweites Element soll den Flüchtlingen nicht nur die Themen Ernährung und Gesundheit näher bringen, hier werden auch Sprachkennt-
nisse vermittelt, die sich in erster Linie auf das Alltagsgeschehen beziehen. Kochen, Einkaufen, Hygienestandards einhalten. All das ist - vor allem für die männlichen Teilnehmer - kein leichtes Unterfangen. „Es ist ein Weg der kleinen Schritte“, macht es Anna Fleer deutlich.
Drittes Projekt im Rahmen der Qualifizierung ist die Berufsorientierung. Sprachunterricht und Medienarbeit stehen da an vorderster Stelle. Eingebunden sind alle Angebote in eine feste Tagesstruktur. So reflektieren bei der morgendlichen Begrüßungsrunde jeweils vier Teilnehmer den vorherigen Tag. In deutscher Sprache. Anna Fleer: „Man merkt schon, dass die Teilnehmer aktuell noch ihre Gruppe brauchen, die ihnen Sicherheit gibt. Die meisten aber sehen ihre Zukunft in Deutschland. Dafür sind sie bereit, aktiv zu werden, sich auf Neues einzulassen.“ Das ist auch eine wesentliche Voraussetzung für die Projektteilnahme. Maßnahmeziel ist es letztlich, die jungen Menschen in Praktikum und Ausbildung zu bringen. An diesem Punkt kommt die Kreishandwerkerschaft ins Spiel: Hier fungiert Renate Hölscher als Bindeglied und Ansprechpartnerin zu den Betrieben. Anna Fleer: „Eine wesentliche Erkenntnis ist, dass eine berufliche Integration mit dem Spracherwerb beginnt. Deshalb sollten die Teilnehmer nach Abschluss der Maßnahme auch weiterhin Sprachkurse besuchen, um nicht später nur als Hilfskräfte eingesetzt zu werden.“

zurück




Druckversion