Home Kontakt Sitemap A-Z Impressum
Beratung Übergang Schule-Beruf Ausbildung Weiterbildung Jobs Über uns
Über uns













> > >



BBS Aktuell

Trägergestützte Berufsfelderprobung
28.05.2017

Berufe in Theorie und Praxis kennenlernen

Schöppingen/Ahaus. Ein wenig schüchtern stehen Kerstin und Marie inmitten der Holzwerkstatt. Ausbilder Manfred Sicking erklärt ihnen und ihren männlichen Berufskollegen gerade den Ausbildungsweg des Tischlers: „Kreativität ist gefragt. Aber auch Mathe-, Chemie- und Physik-Kenntnisse sind nicht von Nachteil“, erläutert der Fachmann den Verbundschülern.

Drei Tage sind 37 Achtklässler in dieser Woche zu Gast in der Berufsbildungsstätte Westmünsterland und dem dazugehörigen Berufsorientierungszentrum (BOZ), um sich dort über die verschiedenen Berufe zu informieren.

„Trägergestützte Berufsfelderkundung“ nennt sich das öffentlich geförderte Modellprojekt, hinter dem die NRW-Maßnahme „Kein Abschluss ohne Anschluss, KAoA BOP“ (Berufs-Orientierungs-Programm) steht. „Ziel für die Jugendlichen ist es zu erkennen, welche berufsbezogenen Stärken sie haben. Außerdem können sie ein Gefühl dafür entwickeln, welche Anforderungen im Arbeitsleben an sie gestellt werden“, erklärt Margit Althoff, beim BOZ zuständig für dieses Modellprojekt.

Vor der praktischen Berufsfelderprobung stand bereits zu Jahresanfang eine zweitägige Potenzialanalyse, während der die Jugendlichen verschiedenste Aufgaben bearbeitet haben. Margit Althoff: „Dabei werden die individuellen Stärken und Neigungen, aber auch mögliche Grenzen und Förderbedarfe, herausgearbeitet.“ Im Anschluss konnten die Teilnehmer/innen dann aus den verschiedensten Berufsfeldern auswählen, in welchen sie sich für drei Tage umschauen möchten. Das Angebot reicht von Holz und Elektro über den Metall- und Baubereich bis hin zum kaufmännischen Arbeiten, zu Gesundheits- und Pflegeberufen, Farbe und Raum sowie zum IT-Bereich. „Wir haben uns bei der Einteilung soweit wie möglich nach den Wünschen der Jugendlichen gerichtet“, betont Margit Althoff. „Für die Berufssparten, die wir nicht selbst regulär anbieten, haben wir Honorarkräfte verpflichtet, die ihren Berufszweig vorstellen.“

Kerstin und Marie, die beiden einzigen Mädchen bei den Tischler-Interessenten, schauen sich ganz genau in den verschiedenen Werkstätten um, die ihnen Manfred Sicking vorstellt. „Ich bin sehr kreativ und bastele auch zu Hause gerne mit Holz“, sagt Kerstin. Ihr Onkel sei Handwerker, sie könne sich diesen Beruf auch gut für sich vorstellen. Entschieden habe sie sich allerdings noch nicht. Ihre Alternative: „Eine Ausbildung zur Erzieherin“.

Niklas hat sich gleich drei Berufsfelder ausgeguckt, in denen er sich für seine Zukunft schlau machen will: „Bau, Metall und Holz. Wobei Holz genau mein Ding ist“, lacht der junge Mann: „Ich baue daheim regelmäßig Vogelhäuser.“ Die könnte er als Lehrling demnächst dann nicht nur per Hand, sondern in verschiedensten Formen auch maschinengestützt anfertigen. „Was man in Kombination von Hand und PC alles machen kann, ist schon enorm“, staunt der Schüler nicht schlecht, als Manfred Sicking beispielsweise Kugeln oder Schalen aus Holz vorzeigt.

Und damit die Jugendlichen nicht nur den theoretischen Teil des Berufes an diesem Morgen erfahren, hat der Ausbilder für sie gleich noch eine praktische Aufgabe vorbereitet. So gehen die Sekundarschüler am Nachmittag zum einen mit umfangreichem Wissen, zum anderen mit einem (fast) selbstgefertigten Brettspiel im Gepäck nach Hause.

zurück




Druckversion