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BBS Aktuell

BOZ: Stipendium für Hauswirtschaftshelferin
17.09.2015

Irgendwann hat es

Ahaus/Kreis Borken. Bei manchen macht es schon in der Grundschule „klick“. Da hat sich die alte Binsenweisheit „Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir“ schon früh so fest verankert, dass der Weg bis zum Abschluss fast in Siebenmeilenstiefeln zurückgelegt wird. Bei anderen dagegen dauert es mitunter ein wenig länger, bis der „Groschen“ fällt. Bei Dominique Stein, beispielsweise, war dies der Fall. „Die Jahre bis zur Klasse zehn habe ich auf der Pestalozzi-Förderschule in Heek absolviert. Nicht besonders motiviert“, gibt die heute 20-jährige offen zu.

Dann aber, mit dem Beginn des Berufsvorbereitungsjahres und der anschließenden Ausbildung als Hauswirtschaftshelferin beim Berufsorientierungszentrum der BBS, kam scheinbar nicht nur ein Geldstück, sondern ein ganzer Sack voller Münzen ins Rollen – und das „Klick“ war wie ein Donnerhall. Der Lohn: Ein Prüfungsdurchschnitt mit der Note 1,53 (praktisch 1,23, schriftlich 2,15) und eines von nur drei Weiterbildungsstipendien in ganz Nordrhein-Westfalen.
„Das hätte ich nie erwartet“, ist die junge Frau stolz. „Jetzt kann ich beruflich noch ein wenig mehr durchstarten, als ich zuvor gedacht habe.“ Und damit hat sie bereits angefangen: Direkt im Anschluss an die bestandene Prüfung hat sie eine Stelle beim Seniorenhof Schulze-Althoff in Schöppingen-Eggerode bekommen. „Damit hätte ich nicht gerechnet.“ In den Restaurantbetrieb – was nahe liegt, da ihr Vater selbstständiger Gastronom ist – wollte sie jedoch nicht: „Es war immer mein Wunsch, in der Küche und auch mit älteren Menschen zu arbeiten. Und ich werde mich in diesem Bereich als Betreuungsassistentin weiter bilden.“ Diese Chance wird ihr nun geboten.
Durch das Stipendium des Bundesministeriums für Bildung und Forschung stehen ihr dazu in den nächsten drei Jahren 6000 Euro zur Verfügung. Pädagogin Hildegard Hilgemann, die Dominique Stein beim Berufsorientierungszentrum (BOZ) während der Ausbildung betreute und ihr auch im Anschluss jetzt noch zur Seite steht: „Jährlich können nun 2000 Euro für Fortbildungsmaßnahmen oder auch für Sprachreisen abgerufen werden. Zwar muss Dominique einen Eigenanteil von zehn Prozent pro Jahr dazu steuern, doch stehen ihr dank dieses Stipendiums ganz andere Möglichkeiten offen.“
Für das BOZ ist solch ein Stipendium ebenfalls Premiere. Hildegard Hilgemann: „Wir bilden seit 2000 Hauswirtschaftshelfer/innen aus. In dieser Zeit habe ich viele junge Menschen kennen gelernt. Aber selten solch motivierte, wie sie jetzt in der Abschlussgruppe waren.“ Den Eindruck bestätigt auch Elisabeth Kortböyer-Haeske, Ausbilderin im Bereich Hauswirtschaft: „Die gesamte Gruppe war sehr gut. Eine weitere Schülerin, Andrea Lengowski, hat mit der Gesamtnote 1,9 abgeschnitten. Aber das Stipendium ist für alle Beteiligten, allen voran für Dominique, eine besondere Anerkennung.“

Außerbetriebliche

Ausbildung

Bei der Ausbildung zur Hauswirtschaftshelferin liegt der Schwerpunkt auf dem praxisorientierten Teil, der theoretische Bereich ist in diesem Fall reduziert. Die außerbetriebliche Ausbildung in den Werkstätten des Berufsorientierungszentrums wird von der Agentur für Arbeit finanziert. Die Jugendlichen durchlaufen erst die Berufsvorbereitung, bevor sie die Lehre antreten.

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