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BBS Aktuell

Berufsorientierungszentrum
27.07.2015

In Mazedonien Grenzerfahrungen gesammelt

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er bekanntlich viel erzählen. Das gilt gleichwohl auch für die jungen Erwachsenen der Metall- und Malerausbildung beim Berufsorientierungszentrum (BOZ), die jetzt von ihrer einwöchigen Fahrt nach Mazedonien zurückkehrten. Doch sind es nicht nur harmlos-nette Sightseeing-Eindrücke, von denen die 18- bis 24-Jährigen sowie ihre begleitenden Ausbilder berichten. Ihre Erzählungen handeln auch von Grenzerfahrungen, von schockierenden Straßenszenen mit bettelnden Kindern, von Armut und Ausgrenzung.


Erstmals waren die Ausbildungsbereiche Metall und Maler gemeinsam zu der Tour aufgebrochen, die seit Jahren von Metallausbilder Lupco Temjanovski organisiert wird. „Wir waren anfangs alle etwas skeptisch, was uns dort erwartet“, geben Sozialpädagogin Hannah Haveresch und Ulrich Minnebusch (Ausbildungsmeister Maler und Lackierer), die erstmals teilnahmen, unumwunden zu. Nicht anders erging es den Auszubildenden. Auch sie waren trotz guter Vorbereitung nervös.
Der Besuch eines Klosters, das Kennenlernen des Arbeitsalltages auf einer Tabakplantage, die Wanderung durch das Gebirgsmassiv Mavrovo, aber auch eine Naturwanderung am Flußufer entlang sowie ein Stadtbummel standen auf dem siebentägigen Programm.
„Und dabei gab es zwei Aspekte, die die Teilnehmer besonders herausgefordert haben“, berichten Hannah Haveresch und Ulrich Minnebusch. Zum einen waren es die Grenzerfahrungen bei der Bergbesteigung. Hannah Haveresch: „Das war eine körperliche wie auch eine motorische Herausforderung, die ganz speziell auch das „Wir-Gefühl“ in der Gruppe gestärkt hat. Jeder Teilnehmer, jede Teilnehmerin sollte das Ziel erreichen. Dabei erlebten die jungen Erwachsenen nicht nur ein ganz neues Körpergefühl, weil sie bis an ihre Grenzen gehen mussten, sondern letztendlich auch einen ungekannten Stolz über das Erreichte.“
Zum anderen hat die Gruppe die Lebensverhältnisse der Menschen in den Slums schockiert: Kinder, die um Wasser bettelten, Menschen in bitterer Armut, die Ausgrenzung von bestimmten Bevölkerungsgruppen, streunende Straßentiere. „Das war ähnlich wie in einer Fernsehdokumentation, was an sich schon beeindruckend sein sollte. Aber es selbst dann mit eigenen Augen zu sehen, rückt uns doch sehr nahe an die verstörende Realität heran und stimmt nachdenklich“, gibt Ulrich Minnebusch zu: „Immer wieder haben wir uns alle gefragt, wie Kinder in solchen Zuständen leben können.“
Auch die Arbeit auf der Tabakplantage, so erfuhren die staunenden jungen Menschen, hat nichts mit deutschen Arbeitsverhältnissen gemein. Einfachste, in der Regel veraltete Maschinen kommen zum Einsatz. Ein zehn Stunden Tag auf dem Feld ist die Tagesordnung. Die Entlohnung von einem Euro pro Stunde ebenso. Ulrich Minnebusch: „Die Verhältnisse in Mazedonien haben wir gemeinsam dann einmal in Relation zu unserer persönlichen Lebenssituation gesetzt. Uns ist bewusst geworden, dass wir uns in einer sehr komfortablen Lage befinden.“
Fazit: Auf dieser Reise wurden die jungen Menschen mit vielen – zum Teil sehr befremdlichen – Situationen konfrontiert. Allerdings sind Themen wie Ausgrenzung oder Rassenhass nicht nur auf das Gastland beschränkt, sie finden sich auch im Alltag der Teilnehmer in Deutschland wieder. In einem anderen Kontext, aber dennoch lassen sich Verbindungen knüpfen.  Hannah Haveresch: „Hier setzen wir im Nachgang auch bei unserer pädagogischen Arbeit vor Ort an. Ebenso bei dem Positiv-Gefühl, das die Teilnehmer von der Bergbesteigung mitgenommen haben: In Mazedonien haben wir den Klimmzug geschafft, dann ist er hier im übertragenen Sinne bei manchen Alltagshürden sicher auch möglich.“

Info-Box: Die jungen Erwachsenen absolvieren im Berufsorientierungszentrum (BOZ) in Ahaus eine Maler- und Metallausbildung, die im Auftrag der Arbeitsagentur durchgeführt wird.
Die Bildungsreise nach Mazedonien haben alle Beteiligten – die Auszubildenden wie auch ihre Begleiter – überwiegend selbst finanziert.


Erstmals waren die Ausbildungsbereiche Metall und Maler gemeinsam zu der Tour aufgebrochen, die seit Jahren von Metallausbilder Lupco Temjanovski organisiert wird. „Wir waren anfangs alle etwas skeptisch, was uns dort erwartet“, geben Sozialpädagogin Hannah Haveresch und Ulrich Minnebusch (Ausbildungsmeister Maler und Lackierer), die erstmals teilnahmen, unumwunden zu. Nicht anders erging es den Auszubildenden. Auch sie waren trotz guter Vorbereitung nervös.
Der Besuch eines Klosters, das Kennenlernen des Arbeitsalltages auf einer Tabakplantage, die Wanderung durch das Gebirgsmassiv Mavrovo, aber auch eine Naturwanderung am Flußufer entlang sowie ein Stadtbummel standen auf dem siebentägigen Programm.
„Und dabei gab es zwei Aspekte, die die Teilnehmer besonders herausgefordert haben“, berichten Hannah Haveresch und Ulrich Minnebusch. Zum einen waren es die Grenzerfahrungen bei der Bergbesteigung. Hannah Haveresch: „Das war eine körperliche wie auch eine motorische Herausforderung, die ganz speziell auch das „Wir-Gefühl“ in der Gruppe gestärkt hat. Jeder Teilnehmer, jede Teilnehmerin sollte das Ziel erreichen. Dabei erlebten die jungen Erwachsenen nicht nur ein ganz neues Körpergefühl, weil sie bis an ihre Grenzen gehen mussten, sondern letztendlich auch einen ungekannten Stolz über das Erreichte.“


Zum anderen hat die Gruppe die Lebensverhältnisse der Menschen in den Slums schockiert: Kinder, die um Wasser bettelten, Menschen in bitterer Armut, die Ausgrenzung von bestimmten Bevölkerungsgruppen, streunende Straßentiere. „Das war ähnlich wie in einer Fernsehdokumentation, was an sich schon beeindruckend sein sollte. Aber es selbst dann mit eigenen Augen zu sehen, rückt uns doch sehr nahe an die verstörende Realität heran und stimmt nachdenklich“, gibt Ulrich Minnebusch zu: „Immer wieder haben wir uns alle gefragt, wie Kinder in solchen Zuständen leben können.“
Auch die Arbeit auf der Tabakplantage, so erfuhren die staunenden jungen Menschen, hat nichts mit deutschen Arbeitsverhältnissen gemein. Einfachste, in der Regel veraltete Maschinen kommen zum Einsatz. Ein zehn Stunden Tag auf dem Feld ist die Tagesordnung. Die Entlohnung von einem Euro pro Stunde ebenso. Ulrich Minnebusch: „Die Verhältnisse in Mazedonien haben wir gemeinsam dann einmal in Relation zu unserer persönlichen Lebenssituation gesetzt. Uns ist bewusst geworden, dass wir uns in einer sehr komfortablen Lage befinden.“
Fazit: Auf dieser Reise wurden die jungen Menschen mit vielen – zum Teil sehr befremdlichen – Situationen konfrontiert. Allerdings sind Themen wie Ausgrenzung oder Rassenhass nicht nur auf das Gastland beschränkt, sie finden sich auch im Alltag der Teilnehmer in Deutschland wieder. In einem anderen Kontext, aber dennoch lassen sich Verbindungen knüpfen.  Hannah Haveresch: „Hier setzen wir im Nachgang auch bei unserer pädagogischen Arbeit vor Ort an. Ebenso bei dem Positiv-Gefühl, das die Teilnehmer von der Bergbesteigung mitgenommen haben: In Mazedonien haben wir den Klimmzug geschafft, dann ist er hier im übertragenen Sinne bei manchen Alltagshürden sicher auch möglich.“

Info-Box: Die jungen Erwachsenen absolvieren im Berufsorientierungszentrum (BOZ) in Ahaus eine Maler- und Metallausbildung, die im Auftrag der Arbeitsagentur durchgeführt wird.
Die Bildungsreise nach Mazedonien haben alle Beteiligten – die Auszubildenden wie auch ihre Begleiter – überwiegend selbst finanziert.

Die Feldarbeit wird mit einfachsten Maschinen erledigt

Erstmals waren die Ausbildungsbereiche Metall und Maler gemeinsam zu der Tour aufgebrochen, die seit Jahren von Metallausbilder Lupco Temjanovski organisiert wird. „Wir waren anfangs alle etwas skeptisch, was uns dort erwartet“, geben Sozialpädagogin Hannah Haveresch und Ulrich Minnebusch (Ausbildungsmeister Maler und Lackierer), die erstmals teilnahmen, unumwunden zu. Nicht anders erging es den Auszubildenden. Auch sie waren trotz guter Vorbereitung nervös.
Der Besuch eines Klosters, das Kennenlernen des Arbeitsalltages auf einer Tabakplantage, die Wanderung durch das Gebirgsmassiv Mavrovo, aber auch eine Naturwanderung am Flußufer entlang sowie ein Stadtbummel standen auf dem siebentägigen Programm.
„Und dabei gab es zwei Aspekte, die die Teilnehmer besonders herausgefordert haben“, berichten Hannah Haveresch und Ulrich Minnebusch. Zum einen waren es die Grenzerfahrungen bei der Bergbesteigung. Hannah Haveresch: „Das war eine körperliche wie auch eine motorische Herausforderung, die ganz speziell auch das „Wir-Gefühl“ in der Gruppe gestärkt hat. Jeder Teilnehmer, jede Teilnehmerin sollte das Ziel erreichen. Dabei erlebten die jungen Erwachsenen nicht nur ein ganz neues Körpergefühl, weil sie bis an ihre Grenzen gehen mussten, sondern letztendlich auch einen ungekannten Stolz über das Erreichte.“

 


Zum anderen hat die Gruppe die Lebensverhältnisse der Menschen in den Slums schockiert: Kinder, die um Wasser bettelten, Menschen in bitterer Armut, die Ausgrenzung von bestimmten Bevölkerungsgruppen, streunende Straßentiere. „Das war ähnlich wie in einer Fernsehdokumentation, was an sich schon beeindruckend sein sollte. Aber es selbst dann mit eigenen Augen zu sehen, rückt uns doch sehr nahe an die verstörende Realität heran und stimmt nachdenklich“, gibt Ulrich Minnebusch zu: „Immer wieder haben wir uns alle gefragt, wie Kinder in solchen Zuständen leben können.“
Auch die Arbeit auf der Tabakplantage, so erfuhren die staunenden jungen Menschen, hat nichts mit deutschen Arbeitsverhältnissen gemein. Einfachste, in der Regel veraltete Maschinen kommen zum Einsatz. Ein zehn Stunden Tag auf dem Feld ist die Tagesordnung. Die Entlohnung von einem Euro pro Stunde ebenso. Ulrich Minnebusch: „Die Verhältnisse in Mazedonien haben wir gemeinsam dann einmal in Relation zu unserer persönlichen Lebenssituation gesetzt. Uns ist bewusst geworden, dass wir uns in einer sehr komfortablen Lage befinden.“
Fazit: Auf dieser Reise wurden die jungen Menschen mit vielen – zum Teil sehr befremdlichen – Situationen konfrontiert. Allerdings sind Themen wie Ausgrenzung oder Rassenhass nicht nur auf das Gastland beschränkt, sie finden sich auch im Alltag der Teilnehmer in Deutschland wieder. In einem anderen Kontext, aber dennoch lassen sich Verbindungen knüpfen.  Hannah Haveresch: „Hier setzen wir im Nachgang auch bei unserer pädagogischen Arbeit vor Ort an. Ebenso bei dem Positiv-Gefühl, das die Teilnehmer von der Bergbesteigung mitgenommen haben: In Mazedonien haben wir den Klimmzug geschafft, dann ist er hier im übertragenen Sinne bei manchen Alltagshürden sicher auch möglich.“

 

Bildungsreise überwiegend selbst finanziert

Die jungen Erwachsenen absolvieren im Berufsorientierungszentrum (BOZ) in Ahaus eine Maler- und Metallausbildung, die im Auftrag der Arbeitsagentur durchgeführt wird.
Die Bildungsreise nach Mazedonien haben alle Beteiligten – die Auszubildenden wie auch ihre Begleiter – überwiegend selbst finanziert.

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