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BBS Aktuell

Teilzeitberufsausbildung
23.07.2014

Interview zu TEP mit Projektkoordinatorin Broscheit

Seit 2005 besteht nach dem Berufsbildungsgesetz für Menschen mit familiären Pflichten die Möglichkeit, eine berufliche Ausbildung auch in Teilzeit zu absolvieren. Bei der BBS gibt es dazu ein ganz spezielles Angebot, das von der EU gefördert wird: das TEP-Projekt, bei dem Frauen und Männer ein Jahr lang begleitet werden. Das TEP-Projekt geht bei der BBS inzwischen in die fünfte Runde. Betreut wird es in Ahaus von der Projektkoordinatorin Ulrike Broscheit.

Schule, Ausbildung, Beruf, Familie – Nicht immer verläuft die Lebensplanung so exakt nach Plan, so reibungslos hintereinander weg. Sagt sich beispielsweise mitten in der Lehrzeit plötzlich Nachwuchs an, haben die jungen Mütter oftmals gar keine andere Chance, als zunächst einmal zu pausieren. Viele brechen ihre Ausbildung auch ganz ab – und stehen, sind die Kinder ein paar Jahre später aus dem Gröbsten raus – ohne beruflichen Abschluss da. In dieser Situation auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, ist schwer. Allerdings auch nicht ganz unmöglich.

Seit 2005 besteht nämlich nach dem Berufsbildungsgesetz „für Menschen mit familiären Pflichten die Möglichkeit, eine berufliche Ausbildung auch in Teilzeit zu absolvieren.“ Bei der Berufsbildungsstätte Westmünsterland (BBS) gibt es innerhalb dieser Chance noch ein ganz spezielles Angebot, das von der EU gefördert wird: das TEP-Projekt, bei dem Frauen und Männer ein Jahr lang begleitet werden. Und zwar vier Monate in der Vorbereitungsphase und acht Monate während der Ausbildung. Das TEP-Projekt geht bei der BBS inzwischen in die fünfte Runde. Betreut wird es in Ahaus von der Projektkoordinatorin Ulrike Broscheit.

Welche Zugangsvoraussetzungen gelten für TEP?

Broscheit: Bewerben können sich Frauen wie auch Männer. Allerdings hatten wir in der Vergangenheit nur ein oder zwei männliche Interessenten, von denen letztlich doch keiner teilgenommen hat. Es sind überwiegend Frauen im Alter zwischen 18 und 40 Jahren, die zu uns kommen. Viele von ihnen haben früh ihr Kind oder ihre Kinder bekommen, die Ausbildung abgebrochen und möchten sich jetzt noch einmal qualifizieren. Voraussetzungen für eine Teilnahme an der Teilzeitberufsausbildung sind: entweder ein Kind unter 16 Jahren oder pflegebedürftige Angehörige.

Wie viele Plätze bietet die BBS in diesem Projekt an?

Broscheit: Wir bieten 20 Plätze in Ahaus an. Eine weitere Gruppe mit zehn Plätzen ist in Bocholt eingerichtet. Diese Gruppe wird über das Job-Center im Kreis Borken gefördert.

Wie gliedert sich die Begleitung der Teilnehmer/innen?

Broscheit: Start ist immer am 1. April mit einer so genannten Vorbereitungsphase. Einmal die Woche treffen sich die Teilnehmerinnen zum Gruppentag. Der hat den Hintergrund, die Frauen aus ihrer Vereinzelung heraus zu holen. Hier findet auch ein intensiver Austausch darüber statt, wie Ausbildung mit Kind funktionieren kann, welche Betreuungs- und Fördermöglichkeiten es gibt. Infos über den Berufsschulunterricht sowie Vorstellungs-Trainings sind ebenso Inhalte. Im Einzelcoaching werden die Frauen noch einmal gezielt und individuell vorbereitet. Gemeinsam wird da beispielsweise nach einem realistischen Berufswunsch und einem Ausbildungsplatz geschaut. Vier Wochen lang kann noch ein Praktikum der eigentlichen Ausbildung vorgeschaltet werden.

Müssen sich die Teilnehmer/innen selbst auf die Suche nach einem Praktikums- und Ausbildungsplatz machen?

Broscheit: Beide Seiten bemühen sich. Wir telefonieren in der Regel mit potenziellen Arbeitgebern und betätigen uns als „Türöffner“. Das Praktikum vorab dient zum gegenseitigen Kennenlernen. Und es hilft den Teilnehmerinnen bei der Entscheidung, ob der Wunschberuf auch im Alltag den Vorstellungen Stand hält.

Welche Ausbildungsberufe werden häufig von den Frauen angesteuert?

Broscheit: Es sind die klassischen Bereiche wie Einzelhandels-, Bürokauffrau oder Frisörin. Aber auch „Exotinnen“ wie Fotografin, Mediengestalterin und Zahntechnikerin sind dabei. Im aktuellen Lehrgang möchte sich eine Frau zur Kfz-Mechatronikerin ausbilden lassen, eine andere im Lager bzw. in der Logistik bei der Bundeswehr.

Stehen denn genug Ausbildungsplätze zur Verfügung?

Broscheit: Wir sind immer auf der Suche! Aktuell wären noch Angebote für Teilzeitausbildungsplätze als medizinische und tiermedizinische Fachangestellte, als Kauffrau im Gesundheitswesen, im Verkauf sowie als Büro- oder Industriekauffrau wünschenswert. Die Teilzeitausbildung beginnt am 1. August oder 1. September und wir begleiten die Teilnehmerinnen bis zum 31. März 2015. Arbeitgeber, die sich eine Teilzeitausbildung in ihrem Betrieb vorstellen können, wenden sich gerne an Teresa Vehof, Tel.: 02561/699 462, oder an Mia Senden, Tel.: 02561/ 699 453.

 

Hintergrund

Grundsätzlich kann jede Berufsausbildung im dualen System in Teilzeit absolviert werden, ohne dass sich die Ausbildungszeit entsprechend verlängern muss. In der Regel wird die Arbeitszeit auf 30 Stunden pro Woche reduziert. Das heißt: Die Auszubildenden stehen dem Betrieb durchschnittlich sechs Stunden am Tag zur Verfügung. Die genauen Zeiten sprechen Auszubildende und Betrieb untereinander ab. Zusätzlich ist noch die Teilnahme am regulären Berufsschulunterricht Pflicht.

 

 

 

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