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BBS Aktuell

Niederländer werden für den hiesigen Markt nachgeschult
15.06.2017

Kooperation hat bereits erste Früchte getragen

Ahaus. „Vorsichtig, mit diesen Tapeten müsst ihr ganz akkurat arbeiten!“ Malermeister Ralf Beyer schaut dem jungen Mann vor ihm in der kleinen Lehrkabine genau über die Schulter. Ein paar Handgriffe, dann klappt es. Deutsch-niederländische Verständigung kann mitunter ganz einfach sein.

Sechs Holländer sind zurzeit zu Gast in der Berufsbildungsstätte Westmünsterland in Ahaus und werden dort in einem einzigartigen Projekt für den hiesigen Arbeitsmarkt nachgeschult – in einer Kooperation zwischen der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf, dem niederländischen BOASWerkt B.V. sowie der BBS. „Um die arbeitslosen Maler und Lackierer sowie einen Schweißer auch für die Ansprüche unserer Unternehmen fit zu machen und mögliche Defizite nachzubessern, haben wir uns an die BBS gewandt, die das entsprechende Know-how vorhält und die Schulung kurzfristig übernehmen konnte“, erklärt KHW-Geschäftsführer Günter Schrade den ungewöhnlichen Schritt.

 

Die BOASWerkt B.V. aus den Niederlanden unterstützt seit 2010 Arbeitslose vor allem aus den Grenzregionen bei der Suche nach einer neuen Beschäftigung. „Allein in Enschede sind über zehn Prozent der Menschen erwerbslos. 8500 Männer und Frauen leben dort von Hartz IV-Bezug. Ihre Vermittlungschancen in den Niederlanden stehen nicht sehr gut. Dagegen werden auf dem deutschen Arbeitsmarkt händeringend Fachkräfte gesucht. Hier setzen wir mit verschiedenen Projekten an“, so BOASWerkt-Geschäftsführer Martin Assink. Von Nordhorn und Rheine über Steinfurt, Warendorf und Ahaus bis hin nach Duisburg arbeitet Assink in erster Linie mit den Kreishandwerkerschaften als Partner zusammen. Seine Erfahrungen sind dabei durchaus positiv: „Als wir jetzt die kurzfristigen Schulungen angefragt haben, haben die KHW und die BBS sehr schnell reagiert.“

Die vier Maler und der Autolackierer im Alter zwischen 23 und 36 Jahren, die bei Ralf Beyer noch einmal vier Wochen in den Grundzügen ihres Berufes unterwiesen werden, sind jedenfalls hoch motiviert. „Viele Dinge werden in Deutschland anders gemacht als bei uns. Beim Tapezieren ebenso wie beispielsweise bei der Dämmung. Aber etwas Neues dazu zu lernen, hat noch niemandem geschadet“, bekräftigt Jamie. Der 23-Jährige kommt allmorgendlich mit dem Roller über die Grenze geknattert, erhofft sich nach zweieinhalb Jahren ohne Job nun wieder eine Chance. An der Sprache jedenfalls soll’s nicht liegen. „Die meisten verstehen Deutsch und sprechen es auch“, sagt Ralf Beyer. Notfalls muss man halt ein wenig mit Händen und Füßen nachhelfen.

Und wie es scheint, hat die Kooperation bereits erste Früchte getragen. „Drei der fünf Maler haben wir nach den ersten zwei Wochen bereits in ein Praktikum vermitteln können. Für die restlichen zwei sind wir zuversichtlich, auch noch eine Stelle zu finden“, freut sich der stellvertretende BBS-Geschäftsführer Hermann Wansing. Er schließt auch eine Fortsetzung der deutsch-niederländischen Kooperation nicht aus: „Wenn es unsere räumlichen und personellen Kapazitäten zulassen, sind wir stets offen für neue Projekte.“

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