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Teilzeit-Berufsausbildung
14.02.2011 > BBS Aktuell

Neue Perspektiven für junge Eltern

Wenn das Kind vor dem Berufsabschluss kommt, ist es schwierig, eine Ausbildung zu finden, die sich mit der Familiensituation vereinbaren lässt. Die betriebliche Erstausbildung in Teilzeit ist besonders für alleinerziehende Eltern eine gangbare Lösung. Mit Unterstützung des NRW-Programms „TEP: Teilzeitberufsausbildung – Einstieg begleiten – Perspektiven öffnen“ absolviert die junge Mutter Ayse Semer eine Ausbildung im Ahauser Friseursalon Hairline.

Neue Perspektive für junge Mutter

Ayse Semer, 33, ist eine der Mütter, die in ihrem ersten Ausbildungsjahr in Teilzeit von der BBS begleitet werden. „Ich wollte immer Friseurin werden. Nach dem Schulabschluss musste ich aufgrund meiner damaligen Lebensumstände eine Ausbildung abbrechen, was ich sehr bedauert habe.“ Dann kam ihr mittlerweile drei-jähriger Sohn und in der Elternzeit begann die Ahauserin, über eine solide Perspektive nachzudenken. Von der Möglichkeit einer betrieblichen Erstausbildung in Teilzeit erfuhr sie in der Beratung bei der BBS. Das Programm wendet sich an Mütter und Väter, die über einen Schulabschluss (mind. 10. Klasse) verfügen, jedoch noch keine Ausbildung abgeschlossen haben. Beraterin Ulrike Broscheit begleitet die Teilnehmerinnen in dem Projekt. Sie hilft bei der Vorbereitung auf eine Teilzeit-Ausbildung, beispielsweise bei der Bewerbung oder Kontaktaufnahme zum Betrieb. Auch bei der anschließenden Organisation des neuen Lebensabschnittes gibt es Hilfestellung, beispielsweise bei formalen Angelegenheiten wie dem Ausfüllen von Unterlagen. „Es sind Frauen in der Teilzeit-Ausbildung, die sehr früh Kinder bekommen haben und meistens auch alleinerziehend sind. Sie sind sehr motiviert, denn sie wollen unabhängig werden, auch finanziell.“ Wenn Ayse von ihrer besonderen Ausbildung erzählt, fragen vor allem Mütter nach, die erstaunt sind über die Möglichkeit. „Die meisten finden das sehr gut, viele sind selbst junge Mütter und trauen sich nicht zu, Familie und Beruf gleichermaßen zu haben.“

Verständnis im Betrieb

Die Ausbildung findet in reduzierter zeitlicher Form statt: „Im Schnitt sind das sechs Stunden am Tag statt acht, das bedeutet für die Frauen, dass sie in weniger Zeit dasselbe Ausbildungsziel zu erreichen haben.“ So ist der Berufsabschluss vor den Kammern gleichwertig mit einer regulären Ausbildung. Der Anteil der Zeit in der Berufsschule bleibt gleich, der praktische Teil im Betrieb ist komprimierter. „Die Zusammenarbeit mit Ayse hier klappt sehr gut“, sagt Lucia Berger, Inhaberin des Friseursalons Hairline in der Passage am Ahauser Rathaus. Weil Ayse weniger Zeit im Salon hat, achtet ihre Arbeitgeberin darauf, dass die junge Frau effektiv lernt. „Für ihre familiäre Situation habe ich vollstes Verständnis, ich bin selbst Mutter. Und ich denke, Ayses Beispiel macht auch anderen Eltern Mut.“


TEP – „Teilzeitberufsausbildung – Einstieg begleiten – Perspektiven öffnen“ wird vom NRW-Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert. Unterstützt wird TEP vom Service-Punkt ARBEIT im Kreis Borken und der Agentur für Arbeit Coesfeld. Die BBS stellt bei Bedarf Teilnehmenden eine qualifizierte Betreuung für Kinder von 4 Monaten bis 14 Jahren zur Verfügung. Nähere Informationen können bei Ulrike Broscheit unter der Telefonnummer 02561- 699 457 erfragt werden.

 

Die Teilzeit-Auszubildende Ayse Semer (rechts) mit Beraterin Ulrike Broscheit (links).

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