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Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten
18.11.2010 > BBS Aktuell

Im Elektroschulungskurs lernen viele Kulturen

Was von der Politik immer wieder gefordert wird, ist in den Seminaren der Berufsbildungsstätte Westmünsterland und der Technischen Akademie Ahaus (TAA) längst Wirklichkeit: Hier lernen Menschen vieler Kulturen gemeinsam und helfen sich gegenseitig.

Einer der Teilnehmenden des Qualifizierungskurses „Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten“ der TAA ist Ali-Reza Nasari-Khanachaie. Der Radio- und Fernsehtechniker hat bei Grundig in seinem Herkunftsland Iran gelernt. In Deutschland ist er seit zwölf Jahren. Bei einer Firma in Oldenburg will er bald nach der Schulung seinen neuen Job im Kundenservice antreten. Dafür braucht er den „Elektroschein“, der ihm erlaubt, mit Einschränkungen in elektrischen Anlagen zu arbeiten. Aufgrund seiner Vorkenntnisse konnte er vor kurzem in der Elektro- und Automatisierungstechnik der TAA in den dreiwöchigen Kurs quereinsteigen. 

Elektroschein als Brücke

Warum das Zertifikat so wichtig ist, erklärt Dozent Jörg Möhring: „Früher gab es nur die Elektrolaien, unterwiesene Personen und die Elektriker. Die ´Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten´ wurde sozusagen dazwischengeschaltet. Wenn eine ausgerissene Steckdose wieder eingesetzt oder ein Herd angeschlossen wurde, musste so nicht mehr eine Fachkraft dabei sein. Der zuständige Hausmeister durfte das nach Schulung und Prüfung selbst übernehmen.“

Gegenseitige Hilfe

Ali-Rezas Kurskollege ist Ismail Aziz-Ismail aus Friedrichshafen am Bodensee. Der Iraker ist gelernter Elektriker und seit Ende 2002 in Deutschland. Bei seiner Firma war er bis zu Beginn der Wirtschaftskrise und wurde dort jetzt wieder angefragt. Seine Motivation, den Kurs zu machen: Er will die deutschen Fachbegriffe jetzt von Grund auf lernen. Dabei unterstützt ihn auch sein Sitznachbar Ulrich Börnig aus Borken: „Wir helfen uns hier gegenseitig, tauschen uns aus. Ich kann von meinem erfahrenen Tischnachbarn Ismail etwas über die Abläufe lernen. Dafür helfe ich ihm bei der Benennung der Fachbegriffe, die er noch nicht in der deutschen und englischen Sprache kennt.“ Der gelernte Tischler Börnig macht den Kurs, um mit weniger Einschränkungen als Hausmeister arbeiten zu können.

Ähnlich geht es Klaus Wissing aus Vreden. Der 35jährige arbeitet im Vredener Klärwerk: „Ich brauche dort Grundkenntnisse, wenn ich mal eine Sicherung tausche oder ein Motorschutzrelais wechsle.“ Als er seinen Beruf als Fachkraft für Abwassertechnik lernte, waren die mechanischen Grundlagen wichtiger, so dass ihm bisher die nötigen elektrotechnischen Grundkenntnisse fehlten.

Fachsprache lernen

Die Fachbegriffe zu lernen, die sie in ihrer Muttersprache beherrschen, ist für viele Arbeitnehmer/-innen und Arbeitssuchende mit Migrationshintergrund eine wichtige Motivation, um den Kurs zu besuchen, sagt Ausbilder Jörg Möhring: „Viele Teilnehmende aus Russland, der Türkei oder Polen sind in ihrer Heimat ausgebildet und wollen den Kurs deswegen machen. Auch die englischen Begriffe werden viel nachgefragt.“

Auch für Nichtelektriker/-innen

Der Kurs ist didaktisch so aufbereitet, dass auch Nichtelektriker/-innen die notwendigen Zusammenhänge verstehen und in der Praxis anwenden können. Arbeitssuchende benötigen für den Lehrgang einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit. Für Rückfragen steht Ramona Löschner unter Tel. 02561-699 404 oder per E-Mail an loeschner@bbs-ahaus.de zur Verfügung. Für Beschäftigte hält Angelika Grevenbrock unter Tel. 02561-699 571 (grevenbrock@bbs-ahaus.de) Informationen bereit.

Ismail Aziz-Ismail und Ulrich Börnig unterstützen sich gegenseitig.

 

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