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Berufsorientierungszentrum
03.07.2009 > BBS Aktuell

Hilfe bei Schulverweigerung

Die Sommerferien haben begonnen - und wieder ist ein Schuljahr zu Ende, ist über Noten und Versetzungen entschieden worden. Wenn man mit Daniel aus Alstätte über sein Zeugnis spricht, kann man eigentlich gar nicht glauben, dass er noch vor einem halben Jahr massive Schwierigkeiten hatte. „Ich habe mich in jedem Fach um eine Note verbessert, in Mathe habe ich sogar eine Zwei – zum ersten Mal“, erzählt der Dreizehnjährige strahlend. Wenn man ihn dann fragt, wie er das geschafft hat, sagt er stolz: „Ich habe an mir gearbeitet.“

Etwas Anschub war da natürlich schon nötig. Viel Übung, aber vor allem intensive Gespräche mit Sozialpädagogin Christine Schell. Sie hat ihn in dem Projekt „Schulverweigerung - Die 2. Chance“ der Berufsbildungsstätte Westmünsterland GmbH (BBS) betreut. „Die 2. Chance“ startete vor einem halben Jahr und wird vom Berufsorientierungszentrum der BBS koordiniert.

Stören, schwänzen, schweigen

„Schulverweigerung hat viele Gesichter. Wir kümmern uns nicht nur um die klassischen ´Schwänzer´, die keinen Fuß mehr in die Schule setzen wollen.“ Um zunächst den Ursachen auf den Grund zu gehen, tauscht sich die Sozialpädagogin intensiv mit LehrerInnen, Elternhaus und Einrichtungen aus. Während Jungs vor allem durch Ärger, Konflikte und Abwesenheit auffallen, bleibt die Verweigerung bei Schülerinnen oftmals lange unentdeckt. „Mädchen mit Schulschwierigkeiten lassen sich von den Mitschülern einschüchtern und neigen eher dazu, sich zurückzuziehen.“ Vorbeugend bietet das BOZ im nächsten Schuljahr eine Gruppe für Mädchen der Don-Bosco-Schule in Ahaus an. Mit den Schülerinnen der siebten und achten Klasse wird anhand von erlebnispädagogischen Übungen und vielen Gesprächen zu verschiedenen Themen an der Stärkung ihres Selbstbewusstseins gearbeitet.
Welche erste Bilanz kann die Koordinierungsstelle nach einem halben Jahr ziehen? „Eine positive Wende zeichnet sich für fast alle Teilnehmenden ab. Erfolgreich sind wir, wenn sich Schülerinnen und Schüler aktiver am Unterricht beteiligen, sich auf den Weg zum Schulabschluss und in den Beruf machen. Für andere ist es schon ein riesiger Schritt, wenn sie wieder regelmäßig zur Schule gehen“, erklärt Christine Schell weiter.

Wieder Spaß am Lernen

Daniel fiel im letzten Jahr durch Ärger mit dem Klassenlehrer, Schwierigkeiten im Unterricht und bei den Hausaufgaben auf. Lehrer und Eltern dachten bereits über eine Förderschule nach. Jetzt holt sich der Jugendliche Anerkennung und Aufmerksamkeit durch seine guten Noten. Neue Freunde hat er gefunden und fühlt sich sichtlich wohl, „ich sage sogar zu meinem Kumpel, ´komm mach doch´, wenn der mal keinen Bock auf Schulaufgaben hat. Ich glaube, ich bin so was wie ein Vorbild geworden“, erklärt er und lächelt.
Das Projekt „Schulverweigerung – Die 2. Chance“ wird im Rahmen der Initiative „Jugend stärken“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und dem Europäischen Sozialfonds gefördert.

Kompetenzagentur

Zur Initiative „Jugend stärken“ gehört ebenfalls das Projekt „Kompetenzagentur“. Ziel der Kompetenzagentur ist, junge Menschen, die ohne Anschlussperspektive die Schule verlassen oder die Ausbildung abbrechen, auf ihrem Weg in Ausbildung oder Arbeit zu beraten und zu begleiten. Stellt sich bei Schülerinnen und Schülern der zehnten Klasse, die im Rahmen von „Die 2. Chance“ betreut werden, die Frage, wie es nach der Schule weiter geht, kann sich eine enge Kooperation mit der Kompetenzagentur anschließen.

Der „Umzug“ in eine neue Klasse, intensive Gespräche und regelmäßige Hausaufgabenbetreuung mit BOZ-Sozialpädagogin Christine Schell haben Daniel geholfen, schulisch wieder auf die Beine zu kommen.  

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