Home Kontakt Sitemap A-Z Impressum
Beratung Übergang Schule-Beruf Ausbildung Weiterbildung Jobs Über uns
Über uns













> > >



Archiv

Metalltechnik
21.06.2012 > BBS Aktuell

Zukunftsfeld Blechbearbeitung

Von der Umsetzung technischer Zeichnungen und neuesten CAD-Techniken bis zur Arbeit an der modernen computergesteuerten CNC-Abkantpresse reicht die neue Qualifizierung in der Blechbearbeitung in der Berufsbildungsstätte Westmünsterland GmbH (BBS). Im eigens neu eingerichteten Schulungsraum lernt gerade eine zehnköpfige Gruppe von Teilnehmenden. Darunter finden sich Arbeitssuchende ebenso wie Firmenmitarbeiter.

Einstieg in die Metallbranche für Frauen

Unter den Teilnehmenden ist Birte Speeth aus Legden. Von Haus aus Tischlerin, fand sie trotz Umschulung zur Metallbauerin bisher keinen sicheren Arbeitsplatz: „Gereicht hat es für mich nur für Hilfstätigkeiten in der Produktion. Als Frau ist es in der Branche nicht leicht, einen Einstieg zu finden.“ Besser stehen die Chancen für die arbeitssuchende Legdenerin jetzt in der Blechbearbeitung. „Klar kann es hier auch körperlich schwere Arbeit geben, aber dafür gibt es Hilfsmittel“, sagt BBS-Ausbilder Armin Göhlfennen, der die Teilnehmenden schult, „zum Anderen gibt es auch Maschinen, an denen Frauen sehr gut arbeiten können.“ Eine tatsächliche berufliche Perspektive? „Das kann ich nur bejahen. In unserer Region gibt es viele Firmen, auch Zulieferer, die im Bereich der Blechbearbeitung tätig sind. Das westliche Münsterland gilt als Blechbearbeitungs-Hochburg.“ Für Arbeitssuchende kann die Qualifizierung mit einem Bildungsgutschein gefördert werden.

Lehrgang in drei Modulen aufgebaut

In Unternehmen der Blechbearbeitung findet man neben CNC-Abkantpressen auch CNC-Blechbearbeitungsmaschinen, die mit einem CAD-Programm programmiert werden. An diesen Maschinen kommen verschiedene Trennverfahren wie Lasern oder Brennschneiden zum Einsatz. „Unsere Qualifizierungsmaßnahme unterstützt die Firmen bei der Qualifizierung ihrer Mitarbeiter/-innen, eröffnet aber auch Arbeitssuchenden bessere berufliche Perspektiven.“

Die Qualifizierung ist in drei Modulen aufgebaut, die auch einzeln geschult werden. Zunächst werden die technischen und rechnerischen Grundlagen nahe gebracht, beispielsweise das Lesen und Verstehen von technischen Zeichnungen. Wie muss ein Blechstück geschnitten sein und gebogen werden, um später Formstücke fertigen zu können? Um dies einfach und effektiv zu lernen, fertigen die Teilnehmenden auch Papiermodelle an.

In einem weiteren Modul werden mit Hilfe eines CAD-Programmes technische Zeichnungen erstellt. Diese CAD-Zeichnungen sind die Grundlage für die Programmierung von CAD/CAM-gesteuerten Blechbearbeitungsmaschinen. Außerdem wird auch das im ersten Modul erlernte Grundwissen vertieft und verfestigt.

Das dritte Modul beschäftigt sich mit den Arbeiten an einer CNC-Abkantpresse. Kleinere und größere Aufgaben werden allein oder in Teamarbeit bewältigt. Die Teilnehmenden müssen sich neben dem Programmieren und Bedienen der Maschine Gedanken über Zuschnitte und Kantfolgen machen. Nach Herstellung der Zuschnitte wird an der CNC-Maschine programmiert. Dabei werden beispielsweise Winkelgrade und andere Parameter bestimmt. Unterstützt werden die Teilnehmenden auch durch eine Software im Schulungsraum, die die Kantprozesse simulieren kann.

Mitarbeiter vertieft CNC-Kenntnisse

Während Birte Speeth sich für eine Tätigkeit im gewerblich-technischen Bereich interessiert und sich eine Arbeit an gesteuerten Maschinen vorstellen kann, kennt sich ihr Kurskollege Dirk Pfund-Gillmann, 41, bereits mit den Grundlagen aus. Der Mitarbeiter eines blechverarbeitenden Betriebes und berufliche Wiedereinsteiger erweitert nach einigen Jahren Familienzeit seine Kenntnisse: „Ich bin gelernter Bauschlosser und bin seit über zwanzig Jahren dem Metallberuf treu geblieben, gerade frisch in meine neue Tätigkeit bei der Technik Team GmbH wieder eingestiegen. Für diesen Kurs hat mich mein Arbeitgeber angesprochen. Ich hatte zwar schon vorher ein wenig CNC-Erfahrung, kann das jetzt aber fundiert lernen.“
Die Maßnahmen werden gefördert über die Agentur für Arbeit und die örtlichen Jobcenter und finden in erfolgreicher Kooperation mit dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit statt.


Weiterbildungsseminare

Für interessierte Firmen ist es auch im Blechbearbeitungsbereich möglich firmenspezifische Seminare zu organisieren. Diese werden von der Technischen Akademie Ahaus, dem Weiterbildungsbereich der BBS, angeboten. Darüber hinaus ist auch ein Angebot im offenen Programm der TAA in Planung.

Weitere Informationen zu den Blechbearbeitungs-Lehrgängen in der BBS und TAA bei Manfred Möllers über 02561 – 699 -0.




Dirk Pfund-Gillmann legt gemeinsam mit Birte Speeth und den anderen Teilnehmenden ein Blechstück in die Abkantpresse.




zurück




Druckversion