Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit

Die Gedenkstättenfahrt des Berufsorientierungszentrums (BOZ) der Berufsbildungsstätte Westmünsterland (BBS) nach Buchenwald und Weimar hat seit vielen Jahren Tradition. Junge Menschen mit den Gräueltaten der Vergangenheit zu konfrontieren, um sie so zu einer Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte zu motivieren, ist der Anspruch, der dahinter steht. 18 Jugendliche im Alter zwischen 16 und 18 Jahren nahmen in diesem Jahr an der von Klaudia Stornowski und Claudia Schmeiing geleiteten Tour teil. „Drei Teilnehmende waren sogar zum zweiten Mal dabei“, freute sich Klaudia Stornowski über die Resonanz.

Nach der Ankunft in Thüringen starteten die Jugendlichen zunächst einen Rundgang durch die kreisfreie Stadt Weimar, die nicht nur für ihr politisches, sondern auch für ihr kulturelles Erbe bekannt ist. Der darauffolgende Dienstag diente vormittags zur Vorbereitung auf die Weiterfahrt nach Buchenwald, die dann am Nachmittag auf dem Programm stand. Das Konzentrationslager Buchenwald wurde zum Synonym für die Verbrechen im Nationalsozialismus.

Der Mittwoch war verschiedenen Workshops gewidmet, in dem sich die jungen Mitfahrenden mit unterschiedlichen Ansätzen dem Thema Demokratie näherten. „Wie hast du bisher Demokratie in deinem Leben erfahren?“, „Wo hast du vielleicht Gegenbeispiele erlebt?“, waren einige der Fragen, die dabei zur Diskussion standen. Aber auch durch verschiedene kreative Möglichkeiten, etwa durch das Theaterspiel, setzte sich die Gruppe inhaltlich mit der Aufgabenstellung auseinander.

Mit der Gedenkstätte Mittelbau-Dora wurde am Donnerstag dann ein weiteres Konzentrationslager besucht. In der dortigen unterirdischen Stollenanlage mussten die Häftlinge seinerzeit Raketenwaffen montieren. Mehrere Tausende von ihnen waren monatelang in den Stollen auch zum Schlafen untergebracht und starben dort durch die vorherrschenden katastrophalen Zustände.

Klaudia Stornowski: „Eine Gedenkstättenfahrt, bei der man die Orte des Grauens persönlich besucht und sie nicht nur distanziert im Film oder Fernsehen sieht, berührt die Teilnehmenden immer noch einmal ganz besonders. Das war auch bei dieser Fahrt wieder deutlich zu spüren.“ Einige der jungen Menschen hätten sich die Exkursion zunächst wie früher eine Klassenfahrt vorgestellt. Klaudia Stornowski: „Sie haben aber schnell gemerkt, dass dies hier eine ganz andere Begegnung mit der Vergangenheit ist. Mich hat vor allem beeindruckt, dass sich die Gruppe rundum interessiert gezeigt hat und bei den Angeboten wirklich gut mitgegangen ist.“