Gedenkstättenfahrt stimmt Teilnehmende nachdenklich

Die Vorzeichen für die diesjährige Gedenkstättenfahrt des Berufsorientierungszentrums in der BBS waren nicht gerade günstig. Corona spielte immer noch eine nicht unerhebliche Rolle. Während in den Schulen schon ohne Masken gearbeitet wurde, war die Vorbereitung im BOZ noch durch die Hygienemaßnahmen eingeschränkt. Auch in der Bildungseinrichtung in Weimar – unserem Ziel – war der Mund-Nasen-Schutz noch verpflichtend. Die Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora verfolgten ebenfalls noch das volle Hygienekonzept, wodurch die eindrucksvolle Tunnelanlage in Mittelbau-Dora nicht besichtigt werden konnte.

All diese Einschränkungen sowie gleichsam die Verunsicherung durch den Ukrainekonflikt und die zeitnahe letzte Fahrt ließen die Teilnehmer/innenzahl, bestehend aus Freiwilligen der unterschiedlichen BOZ-Maßnahmen, arg schrumpfen. Somit erfolgte die Fahrt dann mit 15 motivierten Teilnehmenden und Auszubildenden in die Projekttage unter dem Motto: „Rassismus und Ausgrenzung in Europa damals und heute“.

Neben der Auseinandersetzung mit den ehemaligen Konzentrationslagern im Zusammenhang mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten standen auch die inhaltliche Beschäftigung mit den 1949 entstandenen Menschenrechten, deren Wert und Einhaltung seit Kriegsende, sowie das Thema „Musik im Nationalsozialismus“ im Fokus. Welche politischen Botschaften werden noch stets mit Musik transportiert und in welchen Formen zeigt sich Nationalsozialismus heute noch? lauteten beispielhaft die Fragen, die die jungen Menschen sich dabei stellten.

Es war wieder einmal eine Woche voller Input und unvergesslicher Ergebnisse, die sicherlich noch einige Zeit in den Köpfen der Mitfahrenden nachwirken wird. Die beste Rückmeldung der Teilnehmenden war wohl die, dass alle ein weiteres Mal mitfahren würden, um ihr Wissen und ihre Erfahrungen zu intensivieren und wach zu halten.

Im Gedenken an die über 56.000 Verstorbenen im Konzentrationslager Buchenwald legten wir Blumen auf der konstant auf 37 Grad (diese Temperatur soll an die menschliche Körpertemperatur erinnern) gehaltene Gedenktafel nieder.