Lunchpakete zum Mitnehmen

Zum Kochen und Backen benötigt man in der Regel neben Lebensmitteln natürlich auch Herd, Backofen und sonstiges „Handwerkszeug“. Und das real – nicht auf dem Bildschirm. Eine Zwickmühle, in der aktuell der Hauswirtschaftsbereich im Berufsorientierungszentrum steckt. Prüfungsvorbereitungen sind natürlich in der Praxis möglich, die Ausbildung des ersten Lehrjahres beispielsweise aber nicht. Und darüber hinaus bleibt die Frage: Wohin mit den Leckereien, die in der Vor-Corona-Zeit gerne mittags oder nachmittags ihre Abnehmer gefunden haben? Das Team um Mareen Kisfeld, Hildegard Hilgemann, Marianne Fleck, Angelika Waning und Claudia Heuer hatte mit diesen Bedingungen eine Herausforderung der besonderen Art zu bewältigen.
Mareen Kisfeld plaudert ein wenig „aus dem Nähkästchen“: „Die Zwischenprüfung zur Ausbildung ‚Fachpraktiker Hauswirtschaft‘ haben alle toll gemeistert. Das 2. Lehrjahr erlangte gute Durchschnittsnoten: in der Nahrungszubereitung eine 2,6, bei der Wäschepflege eine 2,3 und in der Hauspflege eine 2,3.
Die schriftliche Zwischenprüfung war wegen des Lockdowns auf den 14. April verschoben worden. Um die Auszubildenden auf diese Prüfung vorzubereiten, haben wir uns im Team vorweg besprochen, wie das ohne zu viele Kontakte umzusetzen ist. Stand zu der Zeit war, dass wir bis zu zehn Auszubildende eines Lehrjahres so unterrichten dürfen. Um die Prüfungssimulationen so ‚echt‘ wie möglich zu gestalten, nutzten wir dafür explizit die Lehrküche, die der Prüfungsküche ähnelt, und ließen die üblichen Großküchengeräte kalt. Zudem wurden seit Januar wöchentlich Lernpakete aus Theorie und Praxis an alle drei Lehrjahre gesendet und korrigiert.
So entwickelten wir für die Praxis in der Nahrungszubereitung und Hauspflege einen Rhythmus, der wunderbar funktionierte: Zwei Auszubildende waren vor Ort im BOZ und führten unter Zeit Prüfungssimulationen durch. Die anderen vier Teilnehmenden erarbeiteten von Zuhause die notwen-
digen Arbeitsablaufpläne, die in der Hauswirtschaft zu jeder Prüfung dazu gehören. Zudem wurden sie montags von Angelika Waning in der Wäschepflege unterwiesen. Hildegard Hilgemann arbeitete in dieser Zeit schon mit den Auszubildenden des 3. Lehrjahres an deren Abschlussprüfung.“

Nun ist die Zwischenprüfung vorbei und der Fokus richtet sich auf die Abschlussprüfung des 3. Lehrjahres. Hier sind die Termine für den 10. bis 17. Juni (praktisch) vorgesehen. Das 3. Lehrjahr ist daher an drei Tagen in der Woche im BOZ und wird gemäß der Corona-Regeln unterrichtet.
Mareen Kisfeld: „Vor dem Lockdown haben die Auszubildenden für alle Mitarbeitenden, Auszubildenden sowie Teilnehmenden gekocht. Da dies mit wenig Teilnehmenden in Prüfungssimulationen und den aktuell stark schwankenden Zahlen bezüglich der Präsenz der einzelnen Gewerke kaum planbar und realisierbar ist, gibt es reichhaltige Lunchpakete mit belegten Brötchen, Obst, Rohkost, süßen Kleinigkeiten und anderem von uns. Um die Zeit sinnvoll zu nutzen, werden nun Dinge gekocht, gebacken oder hergestellt, für die im Alltagsablauf sonst keine Zeit war. So wurde beispielsweise viel Gebäck ausprobiert und für lecker befunden.“
Ein wenig schwierig gestaltet sich momentan natürlich die Suche nach Praktika. Während Krankenhäuser und Altenheime nach wie vor Bedarf haben, fallen Angebote aus der Gastronomie seit Monaten flach.