Man kann was aus sich machen, wenn man will

„Ich wusste nach der Schule nicht, was ich beruflich werden will.“ Wenn Nonhar heute auf die Zeit nach seinem Schulabschluss zurückblickt, wirkt der Weg, den er seitdem gegangen ist, umso beeindruckender. Der heute 20-Jährige entschied sich damals für die Berufsvorbereitung am Berufsorientierungszentrum (BOZ) der Berufsbildungsstätte Westmünsterland in Ahaus, die in Kooperation mit der Kreishandwerkerschaft Borken durchgeführt wird. Seine Motivation sei zu Beginn allerdings überschaubar gewesen. „Ursprünglich wollte ich direkt in einen Betrieb“, erinnert er sich. „Aber ich dachte dann, eine Ausbildung zum Fachpraktiker für Holzverarbeitung zu starten, ist besser, als nichts zu tun.“

Drei Jahre später steht Nonhar kurz vor dem erfolgreichen Abschluss seiner Ausbildung – und kann auf eine Entwicklung zurückblicken, die ihm viele wohl nicht zugetraut hätten. „Auf die individuellen Persönlichkeiten einzugehen und zu schauen, welche Form von Unterstützung die jungen Menschen benötigen, ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit“, erklärt Ausbildungsbegleiter Uwe Hülsmann, der Nonhar während des gesamten Zeitraums zur Seite gestanden hat. Dabei habe der junge Mann von Beginn an schon sehr deutlich gemacht, was er wollte – und was nicht. „Was ich nicht will, das will ich nicht“, beschreibt Hülsmann schmunzelnd die Haltung seines Schützlings. Dennoch seien die Phasen der Ausbildung überwiegend positiv verlaufen.

Nach einem ersten Praktikum, das aus Sicht von Nonhar durchaus erfolgreich war, fehlten jedoch zunächst die Perspektiven für eine berufliche Weiterentwicklung. „Da ließ sich nichts drauf aufbauen“, erinnert sich Hülsmann. Ein weiterer Versuch im Trockenbau verlief ebenfalls nicht wie erhofft und endete mit einem Abbruch des Praktikums. Doch Nonhar gab nicht auf. Sein dritter Anlauf führte ihn schließlich zu einem Küchenunternehmen in Coesfeld – mit Erfolg. „Es hat gematcht“, sagt er heute mit einem Lächeln. Nach bestandener Abschlussprüfung wird er dort im Sommer übernommen, freut sich der 20-Jährige. Besonders schätzt er an seiner zukünftigen Tätigkeit das Team, das gute Arbeitsklima und die Abwechslung: „Mir ist wichtig, dass ich immer an unterschiedlichen Orten im Einsatz bin und mit verschiedenen Kunden zu tun habe. Und jede Küche, die wir einbauen, ist anders.“

Dass er sich diesen Erfolg selbst hart erarbeitet hat, erwähnt Nonhar eher zurückhaltend. Neben seiner Ausbildung absolvierte er am BOZ erfolgreich den Gabelstaplerschein sowie die Qualifizierung zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten.

Für Uwe Hülsmann ist Nonhar ein Beispiel dafür, was möglich ist, wenn junge Menschen Chancen ergreifen und Verantwortung für ihren eigenen Weg übernehmen. „Man kann etwas aus sich machen, wenn man will und die Herausforderung annimmt“, betont der Ausbildungsbegleiter. „Und wir als Träger schauen passgenau, wie wir die jungen Menschen auf diesem Weg unterstützen können.“ Nonhar habe die Ausbildung zu seinem persönlichen Projekt gemacht, sein Lernverhalten verändert und verstanden, dass er selbst die Verantwortung für seine Zukunft trägt.

Auch deshalb fällt sein Fazit eindeutig aus: „Ich kann diesen Weg über das Berufsorientierungszentrum und die Begleitung hier nur weiterempfehlen“, sagt Nonhar. „Es hat sich gelohnt. Und auch wenn jemand mal ein privates Päckchen an Problemen mitbringt – hier findet er Menschen, die zuhören und mit denen man kleinschrittig und auf Augenhöhe nach Lösungen suchen kann.“