Umgang mit psychisch auffälligen Jugendlichen

Nach zwei Jahren Corona bedingter Pause konnte zu dem Thema „Psychisch auffällige Jugendliche“ mit der Referentin Prof. Dr. Katharina Gröning-Lienker im BOZ jetzt wieder eine Fortbildung für die Kolleginnen und Kollegen stattfinden. „Es waren zwei sehr informative Tage, die wir sowohl in Präsenz - in der Kletter- und Erlebnishalle - als auch parallel online durchgeführt haben. Ein Format, das sich als sehr vorteilhaft auch für die Beteiligten beispielsweise im Homeoffice herausgestellt hat“, freut sich Organisatorin Beate Gesing-Erpenbeck. Den Fokus hatte das BOZ bewusst auf diese Klientel gelegt, da von vielen Mitarbeitern/Innen der Wunsch kam, mehr über die Hintergründe psychischer Auffälligkeiten zu erfahren, mit denen man bei den Jugendlichen im Alltag konfrontiert wird.
Die Referentin legte das Augenmerk in ihren Vorträgen vor allem auf das Verstehen der jungen Menschen und auf die Hintergründe für das Entstehen ihrer Auffälligkeiten. Beate Gesing-Erpenbeck: „Katharina Göring-Lienker hat beispielsweise darauf hingewiesen, dass gute Biographiearbeit wichtig ist, um die Jugendlichen und ihr Verhalten zu verstehen. Und dass man sich ausreichend Zeit nehmen sollte, um sich mit den Jugendlichen auseinanderzusetzen. Der Blick auf mögliche Verletzungen in der Kindheit oder in der sensiblen Phase der Adoleszenz ist dabei von erheblicher Bedeutung. Dort finden sich mitunter die Wendepunkte, bei denen Verletzungen nicht mehr mit Scham, sondern mit Rebellion erwidert werden. Die Geschichte der Jugendlichen zu beleuchten ist ein gutes Mittel, um Knackpunkte aufzuspüren.“ Dass es für die Pädagogen ebenso wie für die Ausbilder/Innen im BOZ-Team wichtig ist, mehr über den Hintergrund der jungen Menschen zu erfahren, um sie besser verstehen zu können, wurde im Nachgang dann noch an Fallbeispielen besprochen, an denen Katharina Gröning-Lienker ihre Thesen ausführlich erläuterte.
Im zweiten Teil der Fortbildungsveranstaltung stand dann vor allem die Anwendung der theoretischen Erkenntnisse im praktischen pädagogischen Alltag im Fokus. Eine Methode, die die Referentin dazu als Beispiel anführte, ist die soziale Gruppenarbeit. „Die allerdings sollte konsequent und vor allem regelmäßig genutzt werden,“ gibt Beate Gesing-Erpenbeck wieder.
„Nur wenn über einen bestimmten Zeitraum und in einer festgelegten Sequenz diese Gruppenarbeit angewendet wird, öffnet sich der Jugendliche dann auch. Es wird damit ein Prozess angestoßen, an dem man dranbleiben muss, wenn er zum Erfolg führen soll.“
Die Rückmeldungen von allen Teilnehmern/Innen zu dem Fortbildungsangebot waren begeistert. Einerseits sei die Referentin sehr kompetent und habe mit großem Fachwissen beeindruckt. Andererseits habe sie aber auch sehr praxisorientiert Fragen und Problemstellungen, die aus dem Teilnehmerforum kamen, aufgegriffen.
Als Fazit dieser Fortbildung sind laut Beate Gesing-Erpenbeck unter anderem zwei Themenbereiche entstanden, denen man sich in der pädagogischen Arbeit in Zukunft noch stärker widmen will: Biographiearbeit und soziale Gruppenarbeit.