Teilzeitausbildung bietet viele Chancen

Seit 14 Jahren ist die Teilzeitberufsausbildung im Gesetz verankert – das Teilzeitausbildungsprojekt TEP, gefördert aus Mitteln des Landes NRW sowie des Europäischen Sozialfonds, wird seit zehn Jahren angeboten. Grund genug, um gemeinsam in einer Feierstunde Bilanz zu ziehen.

Zur Jubiläumsveranstaltung hatte das Münsterlandweite Netzwerk deshalb zur Regionalagentur nach Greven eingeladen. Die Berufsbildungsstätte war bei der Veranstaltung durch Geschäftsführer Bernhard Könning, Bereichsleiterin Claudia Klinker, TEP-Projektkoordinatorin Ulrike Broscheit sowie TEP-Mitarbeiterin Claudia Höhn vertreten.

Arbeiten, Lernen und Familie miteinander vereinbaren: Diese Idee steckt hinter dem Teilzeitausbildungsprogramm TEP. Mehr als 220 Frauen und Männer haben im Münsterland in dem vergangenen Jahrzehnt mit Unterstützung von TEP ihren Ausbildungsabschluss in Teilzeit geschafft, so die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster in ihrer Pressemitteilung. Aber die Erfolgsgeschichte beschränkt sich nicht nur auf die Auszubildenden. Auch die Unternehmen haben auf diesem Weg engagierte Lehrlinge gefunden, die bereits über Lebenserfahrung verfügen.

André Krome, Einrichtungsleiter des AZURIT-Seniorenzentrums in Bocholt, kann von guten Erfahrungen mit der Teilzeitausbildung in seinem Unternehmen berichten: „Wir müssen uns als Arbeitgeber auf den Weg machen und kreativ werden, um Arbeitskräfte für uns zu gewinnen. Dazu gehört auch das Angebot, bei uns die Ausbildung auch in Teilzeit zu absolvieren“.

Gisela Oster von der Handwerkskammer Münster betonte auf der Veranstaltung darüber hinaus, dass fast alle TEP-Teilnehmenden ihre Teilzeitausbildung in der regulär vorgesehenen Zeit von drei beziehungsweise dreieinhalb Jahren abschließen würden und die Durchfallquote geringer als bei anderen Lehrlingen sei. Ein Grund dafür sieht Gisela Oster in der intensiven Begleitung vor und während der Ausbildung, wie sie auch von der BBS angeboten und durchgeführt wird. So unterstützt TEP nicht nur bei der Berufsorientierung und der Bewerbung, es werden auch Fragen zur Finanzierung oder zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf einbezogen. Des Weiteren akquiriert TEP bei den Unternehmen Teilzeit-Ausbildungsplätze, berät Betriebe und begleitet beide Partner*innen während der ersten Monate in der Praxis.

Anlässlich des Jubiläums ist jetzt eine neue Broschüre zur Teilzeitausbildung im Münsterland erschienen, die nicht nur Einstieg und Perspektiven noch einmal für Interessierte wie auch für Unternehmen erläutert, sondern die zudem auch erfolgreiche Beispiele auflistet sowie die bislang beteiligten Betriebe und die TEP-Ansprechpartner*innen in der Region.

Für den Kreis Borken ist die Berufsbildungsstätte Westmünsterland durchführender Kooperationspartner. Ansprechbar ist hier Ulrike Broscheit (Telefon 02561 / 699-440).