"Vorhang auf!" - Projekt im HdI

„Vorhang auf!“: Und zwar für die Männer mit Migrationshintergrund und ihr Selbstverständnis. - Mit männlichen Werten in den Herkunftsländern sowie in Deutschland beschäftigt sich ein vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) finanziertes Projekt, das im nächsten halben Jahr das Berufsorientierungszentrum (BOZ) und die Ahauser Künstlerin Ines Ambaum gemeinsam mit den Teilnehmern des Soziallädchens und der Jugendwerkstatt durchführen.

Wie sollte ein Mann sein? Wie sind die eigenen Vorstellungen von Männlichkeit? Was glaubst Du, was Frauen sich von Männern wünschen? Mit diesen – und sicherlich noch wesentlich mehr – Fragen wollen sich Ines Ambaum sowie die BOZ-Sozialpädagogin Anna Fleer gemeinsam mit der Teilnehmergruppe nun einmal in der Woche künstlerisch und zum Teil spielerisch auseinandersetzen. Anna Fleer: „Der Hintergedanke bei diesem Projekt ist es sicherlich, mehr Verständnis für die unterschiedlichen Kulturkreise zu wecken und mögliche Übergriffe zu vermeiden. Das soll allerdings nicht mit dem gehobenen Zeigefinger passieren, sondern auf der kreativen Ebene.“

So geht der Vorhang sprichwörtlich auf etwa beim Schwarzlichtheater im „Haus der Integration“, bei einer Fahrt zum Borchert-Theater nach Münster, bei der Gegenüberstellung des Rollenverständnisses von Mann und Frau („Was geht, was nicht?“), bei Kunstworkshops mit einer abschließenden Ausstellung Anfang des kommenden Jahres, zu der auch Bürgermeisterin Karola Voß eingeladen werden soll, beim Besuch der Gleichstellungsbeauftragten oder bei einem Tanz- und einem Kochkurs. Ines Ambaum: „Die Teilnehmer werden zwei Standarttänze erlernen und beim Koch-Seminar werden wir ein Candle-Light-Dinner vorbereiten. Das Finale sieht dann ein Essen in feinem Zwirn samt abschließendem geselligen Abend vor. Dabei ist es leichter möglich, auch die verschiedenen Benimm- oder Knigge-Regeln an den Mann zu bringen.“

Wichtig ist ihnen, so betonen Ines Ambaum wie auch Anna Fleer, „die Tipps, Anregungen und Hinweise, die wir in den nächsten Wochen geben, mit Humor zu vermitteln und dabei immer die Unterschiede im Blick zu haben.“ Wichtige Utensilien, die regelmäßig zum Einsatz kommen werden, sind auch Kamera und Videogerät, um anschließend gewisse Reaktionen und Verhaltensmuster gemeinsam besser besprechen zu können.