Unterschlupfmöglichkeit für Hornissen

Es dauert noch einige Wochen, bis die ersten Hornissen in unserer Natur wieder unterwegs sind. Ende April erwachen die Jungköniginnen aus ihrer Winterruhe und beginnen mit der Suche nach geeigneten Nistplätzen. Damit sie entsprechende Unterschlupfmöglichkeiten finden, wird Helmut Hackenfort aktiv. Der ehemalige Mitarbeiter der Berufsbildungsstätte (BBS) ist inzwischen im Ruhestand, engagiert sich jedoch seit einigen Jahren wieder im Imkerverein Ahaus. Im Haus der Integration (HdI) der BBS in Ahaus baut er gemeinsam mit Teilnehmenden Hornissen-Nistkästen.

Als Wespenbeauftragter des Imkervereins Ahaus richtet sich sein besonderes Augenmerk auf Wespen und Hornissen. Mit seinem Engagement im HdI verbindet Helmut Hackenfort gleich zwei Ziele. Zum einen unterstützt er den Schutz der Insekten, zum anderen vermittelt er praktische handwerkliche Fähigkeiten. Wespen und Hornissen stehen unter einem besonders hohen Schutz, und ihnen geeignete Nistmöglichkeiten zu bieten, hat für den Imkerverein eine hohe Priorität. Beim Bau der Kästen leitet Hackenfort die Teilnehmenden zu verschiedenen handwerklichen Arbeiten an.

Für die Herstellung der Nistkästen nutzt er überwiegend Abfallholz aus den BBS-Werkstätten, das ansonsten kaum noch Verwendung finden würde. Nach seiner Einschätzung kann das Material auf diese Weise noch gute Dienste leisten. Die dreidimensionalen Bauzeichnungen für die Nistkästen mit den Maßen 32 mal 32 mal 56 Zentimeter hat er selbst entworfen. Für den Bau eines Kastens wird etwa ein Quadratmeter Holz benötigt. In den kommenden Tagen sollen zwei Nistkästen entstehen, die später an Imkervereine oder andere Interessierte abgegeben werden.

Mit dem Bau der Hornissenkästen möchte Hackenfort auch mit einem weit verbreiteten Mythos aufräumen. Noch immer glauben viele Menschen an den Spruch, sieben Hornissen könnten ein Pferd töten. Dafür gibt es jedoch keinerlei wissenschaftliche Belege. Tatsächlich gehören Hornissen zu den harmlosesten Wespenarten. Sie gelten als grundsätzlich friedfertig und ziehen es bei Störungen meist vor, sich zurückzuziehen, statt anzugreifen.

Sorgen bereitet Imkern dagegen zunehmend die Asiatische Hornisse. Diese invasive Art kann bis zu fünf Zentimeter groß werden und besitzt einen etwa sechs Millimeter langen Stachel. Das Gift ist stärker als das von Wespen oder Bienen und kann für Allergiker gefährlich sein. Die Königin der Hornisse ist jetzt im März schon damit beschäftigt, ein neues Volk aufzubauen. Zudem stellt diese Art eine Bedrohung für die heimische Biodiversität dar und verteidigt ihre Nester deutlich aggressiver.

Wichtig ist deshalb auch der Hinweis, dass die einheimischen Hornissen unter besonderem Schutz stehen. Sie dürfen weder gefangen noch getötet oder verletzt werden, und auch ihre Nester sind geschützt. Weitere Informationen und Ansprechpartner führt der Imkerverein Ahaus auf seiner Internetseite unter www.imkerverein-ahaus.de auf.